Eine bemerkenswerte Leistung ereignete sich diese Woche in den arktischen Gewässern Spitzbergens, als die 15-jährige britische Eisschwimmerin Frankie Jackson einen 1-Kilometer-Polarschwimm am Bore-Gletscher auf Spitzbergen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt absolvierte. Frankie aus Northumberland hat sich bereits als eines der aufstrebenden Talente im Eisschwimmen im Vereinigten Königreich etabliert. Als Vertreterin Großbritanniens über die International Ice Swimming Association nahm sie zuvor an den britischen Meisterschaften in Schottland teil und trat gemeinsam mit ihren Teamkollegen Anfang dieses Jahres bei den Europameisterschaften in Molveno, Italien an.
Am Mittwoch, dem 6. Mai, schloss sich Frankie sechs weiteren Schwimmern an Bord eines Schiffs auf Spitzbergen an, bevor es zur beeindruckenden Gletscherfront des Bore-Gletschers ging – für einen der herausforderndsten Schwimmgänge ihrer jungen Karriere. Die Wassertemperatur wurde mit erstaunlichen -0,63 °C gemessen, bevor Frankie um 18:36 Uhr in das arktische Wasser einstieg, lediglich mit einem Standardbadeanzug, Badekappe und Schwimmbrille ausgestattet.
Im Kampf gegen die Kälte und die anspruchsvollen polaren Bedingungen absolvierte sie die volle 1-Kilometer-Strecke in einer aussergewöhnlichen Zeit von 16 Minuten und 53 Sekunden. Für erfahrene Eisschwimmer wäre eine solche Leistung bereits als sehr beeindruckend einzustufen. Für eine 15-jährige Athletin in einer der extremsten Schwimmumgebungen der Erde versetzte sie Crew, Sicherheitsteam und Mitstreiter in Staunen.
Sie gilt nun als eine der jüngsten – möglicherweise sogar als die jüngste – Schwimmerin, die jemals einen 1-Kilometer-Polarschwimm unter solch extremen Bedingungen so weit im hohen Norden erfolgreich absolviert hat.
Das diesjährige Eisschwimmprogramm auf Spitzbergen bestand aus zwei separaten, jeweils einwöchigen Camps, organisiert vom britischen Open-Water-Eventunternehmen Swim Your Swim, das seit drei Jahren Polarschwimm-Expeditionen auf Spitzbergen organisiert und begleitet. Unterstützt wurde das Team vom Event-Medic Ben Watts (WEM), den Lifeguards Ray Smith und Alison Howard sowie vom lokalen Arktis-Guide-Unternehmen Svalbard Photography AS.
Marcel Schütz, PolarJournal