China hat seine 16. Arktisexpedition offiziell begonnen. Es ist die erste Forschungsmission des Landes in der Arktis im Rahmen des aktuellen 15. Fünfjahresplans. Die Expedition startete am 3. Juli 2026 im Hafen von Dalian in der Provinz Liaoning und soll Anfang Oktober enden.
Unter der Leitung des chinesischen Ministeriums für natürliche Ressourcen (MNR) sind vier Forschungsschiffe im Einsatz: die Eisbrecher Xuelong („Schneedrache“) und Xuelong 2 sowie die Forschungsschiffe Jidi („Polar“) und Tansuo 3 („Exploration 3“). Gemeinsam werden sie in verschiedenen Regionen des Arktischen Ozeans umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchführen.
Im Mittelpunkt der Expedition steht die Erforschung der sich rasch verändernden arktischen Umwelt. Der fortschreitende Klimawandel führt zu einem beschleunigten Rückgang des Meereises und verändert Ökosysteme, Ozeanzirkulation und Wetterprozesse. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur die Arktis selbst, sondern wirken sich auf das globale Klimasystem aus.
Die Wissenschaftler werden während der mehrmonatigen Expedition unter anderem Daten zu den Meereisbedingungen, der Ozeanhydrologie, der Meeresbiologie, den atmosphärischen Prozessen sowie den Wechselwirkungen zwischen Ozean und Klima erheben. Darüber hinaus stehen geowissenschaftliche Untersuchungen auf dem Programm. Dazu gehören Studien zur Entstehung des Gakkelrückens sowie zur geologischen Entwicklung der ozeanischen Kruste im Arktischen Ozean.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die internationale Zusammenarbeit. An der Expedition beteiligen sich auch Wissenschaftler aus mehreren Ländern, darunter Russland und Deutschland. Das gemeinsame Forschungsprogramm soll dazu beitragen, die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Arktis zu vertiefen und eine belastbare Datengrundlage für künftige Klima- und Umweltforschung zu schaffen.
Mit seiner mittlerweile 16. Arktisexpedition baut China seine Präsenz in der Polarregion weiter aus. Angesichts der rasanten Veränderungen im hohen Norden gewinnen langfristige Forschungsprogramme zunehmend an Bedeutung. Die während der Expedition gewonnenen Daten sollen helfen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen und wissenschaftliche Grundlagen für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Arktis zu liefern.
Heiner Kubny, PolarJournal