Die Expedition der zehnjährigen Mina Floriana Read durch Spitzbergen verläuft bisher planmässig, doch nun bereitet vor allem die spätere Rückreise Kopfzerbrechen. Gemeinsam mit ihrem Vater Alexander Read ist sie seit Ende März auf Ski unterwegs, um Spitzbergen von Süden nach Norden zu durchqueren.
Während Polar Journal bereits über den sportlichen und wissenschaftlichen Hintergrund der Tour berichtete, rückt nun ein anderes Thema in den Vordergrund: ungewöhnlich mildes Wetter auf Spitzbergen im April. Durch frühes Tauwetter sind rund um Longyearbyen und anderen Küstennahen Regionen bereits viele Flüsse geöffnet, Schneebrücken auf Gletschern instabil und klassische Schneemobilrouten schwer oder gar nicht mehr befahrbar.
Damit ist auch der ursprünglich geplante Rücktransport nach Abschluss der Expedition unsicher. Der Abtransport aus dem Norden Spitzbergens sollte per Schneemobil erfolgen, doch genau diese Logistik gilt inzwischen als kaum realistisch. Norwegische Medien berichten, dass das Team derzeit weiter Richtung Norden unterwegs ist, ohne eine endgültig gesicherte Rückkehrlösung.
Die Situation zeigt, wie stark sich die Bedingungen in der Arktis in den vergangenen Jahren verändert haben. Viele Expeditionsteams müssen sich immer häufiger auf Wetterlagen einstellen, die früher für diese Jahreszeit ungewöhnlich waren.
Marcel Schütz, Polar Journal