Ein unnötiger Weckruf für einen schlafenden Eisbären hat auf Spitzbergen ein teures Nachspiel. Eine Person an Bord eines Schiffes muss 50.000 norwegische Kronen – rund 4.500 Euro – Strafe bezahlen, nachdem sie absichtlich das Schiffshorn betätigt hatte, um einen ruhenden Eisbären aufzuwecken.
Der Vorfall ereignete sich Anfang August in einem Fjord im Norden Spitzbergens. Die Menschen an Bord hatten einen Eisbären entdeckt, der an Land schlief. Daraufhin betätigte eine Person gezielt das laute Schiffshorn. Das Tier erwachte und zog sich anschließend an einen anderen Ort zurück.
Die Behörden auf Spitzbergen werteten das Verhalten als vorsätzliche Störung eines geschützten Wildtiers. Die verantwortliche Person akzeptierte die Geldstrafe. Angaben zur Identität oder Nationalität wurden nicht veröffentlicht.
Auf Spitzbergen gelten strenge Vorschriften zum Schutz von Eisbären. Nach dem Umweltrecht des Archipels dürfen die Tiere nicht unnötig gestört, angelockt oder verfolgt werden. Eisbären stehen auf Spitzbergen bereits seit 1972 unter Schutz.
Der ungewöhnliche Fall zeigt, wie konsequent die Behörden inzwischen gegen Störungen der arktischen Tierwelt vorgehen. Gerade mit dem wachsenden Tourismus soll verhindert werden, dass Begegnungen mit Eisbären für bessere Fotos oder spektakulärere Beobachtungen provoziert werden.
Auch für Besucher gilt deshalb eine einfache Regel: Eisbären sollen aus sicherer Entfernung beobachtet und in ihrem natürlichen Verhalten nicht beeinflusst werden. Für den schlafenden Eisbären war die Störung zwar schnell vorbei – für seinen unfreiwilligen Wecker wurde sie dagegen ausgesprochen teuer.
Rosamaria Kubny, PolarJournal