Was jahrzehntelang als Sensationsfund aus der Eiszeit galt, entpuppt sich nun als Irrtum. Knochenreste, die Forscher bislang jungen Wollmammuts zugeordnet hatten, stammen in Wahrheit von Walen. Erst durch den Einsatz moderner DNA-Sequenzierung gelang die eindeutige Identifikation. So wurden die den vermeintlichen Mammutfunden nun eine völlig andere Herkunft zugeschrieben.
Die Überreste waren in arktischen Regionen entdeckt worden, Gegenden, in denen bereits zahlreiche Mammutfunde gemacht wurden. Aufgrund ihrer Größe und Form passten die Knochen gut zu der Annahme, es handle sich um Jungtiere der ausgestorbenen Rüsselsäuger. Eine eindeutige Bestimmung war jedoch lange nicht möglich, da die Knochen stark fragmentiert und verwittert waren.
Erst moderne genetische Untersuchungen brachten Klarheit. Die extrahierte DNA zeigte eindeutig: Die Knochen gehören zu Meeressäugern, genauer gesagt zu Walen. Wie diese Überreste in heute teils weit vom Meer entfernte Gebiete gelangen konnten, erklären Forschende mit den drastischen Umweltveränderungen der vergangenen Jahrtausende. Meeresströmungen, Gletscherverschiebungen und tektonische Prozesse könnten die Knochen an ihren heutigen Fundort transportiert haben.
Fachleute betonen, dass DNA-Analysen künftig eine noch größere Rolle in der Archäologie und Paläontologie spielen werden. Sie ermöglichen präzisere Bestimmungen und helfen dabei, die Lebenswelt vergangener Zeiten genauer zu rekonstruieren. Der Fall der vermeintlichen Mammutreste zeigt eindrucksvoll, wie moderne Wissenschaft alte Rätsel neu bewerten kann.
Für die Wissenschaft ist die Korrektur kein Rückschlag, sondern ein Fortschritt. „Solche Neubewertungen helfen uns, die Vergangenheit präziser zu verstehen“, betonen Forschende. Der überraschende Fund zeigt: Selbst gut erforschte Kapitel der Erdgeschichte können durch neue Methoden noch einmal völlig neu geschrieben werden.
Rosamaria Kubny, PolarJournal