DNA-Analysen: Mammutreste entpuppen sich als Wale

von Rosamaria Kubny
12/27/2025

Das Wollhaarmammut ist eine ausgestorbene Art aus der Familie der Elefanten. Diese Art der Mammute entwickelte sich vor etwa 800.000 bis 600.000 Jahren in Sibirien und bewohnte die kalten Steppen im nördlichen Eurasien und Nordamerika. (Bild: Pixabay)

Was jahrzehntelang als Sensationsfund aus der Eiszeit galt, entpuppt sich nun als Irrtum. Knochenreste, die Forscher bislang jungen Wollmammuts zugeordnet hatten, stammen in Wahrheit von Walen. Erst durch den Einsatz moderner DNA-Sequenzierung gelang die eindeutige Identifikation. So wurden die den vermeintlichen Mammutfunden nun eine völlig andere Herkunft zugeschrieben.

Heiner Kubny auf Wrangel Island mit einem verwitterten Mammutstosszahn, oder ist es doch nur ein Walknochen! (Foto: Rosamaria Kubny)

Die Überreste waren in arktischen Regionen entdeckt worden, Gegenden, in denen bereits zahlreiche Mammutfunde gemacht wurden. Aufgrund ihrer Größe und Form passten die Knochen gut zu der Annahme, es handle sich um Jungtiere der ausgestorbenen Rüsselsäuger. Eine eindeutige Bestimmung war jedoch lange nicht möglich, da die Knochen stark fragmentiert und verwittert waren.

Erst moderne genetische Untersuchungen brachten Klarheit. Die extrahierte DNA zeigte eindeutig: Die Knochen gehören zu Meeressäugern, genauer gesagt zu Walen. Wie diese Überreste in heute teils weit vom Meer entfernte Gebiete gelangen konnten, erklären Forschende mit den drastischen Umweltveränderungen der vergangenen Jahrtausende. Meeresströmungen, Gletscherverschiebungen und tektonische Prozesse könnten die Knochen an ihren heutigen Fundort transportiert haben.

Im Osten Russlands findet man immer wieder Skelette. Dieses ist aber eindeutig von Walen. (Foto: Rosamaria Kubny)

Fachleute betonen, dass DNA-Analysen künftig eine noch größere Rolle in der Archäologie und Paläontologie spielen werden. Sie ermöglichen präzisere Bestimmungen und helfen dabei, die Lebenswelt vergangener Zeiten genauer zu rekonstruieren. Der Fall der vermeintlichen Mammutreste zeigt eindrucksvoll, wie moderne Wissenschaft alte Rätsel neu bewerten kann.

Für die Wissenschaft ist die Korrektur kein Rückschlag, sondern ein Fortschritt. „Solche Neubewertungen helfen uns, die Vergangenheit präziser zu verstehen“, betonen Forschende. Der überraschende Fund zeigt: Selbst gut erforschte Kapitel der Erdgeschichte können durch neue Methoden noch einmal völlig neu geschrieben werden.

Rosamaria Kubny, PolarJournal