Die Geschichten, die wir bewahren – Das Wissen, das wir teilen.
Die Arktis hallt weit über ihre geografischen Grenzen hinaus nach und ist in Bern lebendig präsent. 2026 entfaltet sich diese Präsenz in zahlreichen Kultur- und Bildungseinrichtungen, darunter das Museum für Zeitgenössische Zirkumpolare Kunst (ALPS), das Berner Historische Museum (BHM), die Hochschule der Künste Bern (HKB), die ARcTic Galerie und NGOs. Gemeinsam bilden diese Orte eine dynamische Plattform, die nordische Perspektiven mit einem breiten Publikum in Dialog bringt und Besucher einlädt, sich intensiv mit arktischen Kulturen, Wissenssystemen und künstlerischen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen.
»Arctic Voices», vom 23. April bis zum 14. Mai mit 16 Veranstaltungen, ein spartenübergreifendes Kulturfestival, bietet die einzigartige Gelegenheit, den Reichtum und die Vielfalt der Arktis mit allen Sinnen zu erleben. Es ist nicht nur eine Einladung zum Beobachten, sondern auch zum aufmerksamen Zuhören – zu den vielen Stimmen, die die Region prägen. Besucher können sich einfach in die Atmosphäre fallen lassen und Eindrücke, Bilder und Klänge intuitiv auf sich wirken lassen. Gleichzeitig fördert das Programm die aktive Teilnahme durch verschiedene Workshops unter der Leitung samischer Künstler und schafft so Raum für Austausch, Lernen und gemeinsame Kreativität.
Ein Höhepunkt von Vielen des Programms ist die Eröffnungsausstellung und Workshopreihe der Künstlerinnen Láijla Sofe Egilsdatter und Jo Morten Kåven. Ihre Arbeiten eröffnen Einblicke in samische Kulturpraktiken, künstlerische Traditionen und zeitgenössische Ausdrucksformen und bieten Einblicke in die Geschichte und die heutige Lebensweise der Sámi, die eng mit Land, Erinnerung und Identität verbunden sind. Unter ihrer Anleitung werden die Teilnehmenden eingeladen, sich aktiv mit künstlerischen Prozessen auseinanderzusetzen und so ein tieferes Verständnis der arktischen Vergangenheit und Gegenwart zu gewinnen.
Zusätzliche Ausstellungen erweitern die Perspektive durch die Einbeziehung von Stimmen aus Grönland und der kanadischen Arktis. Führungen bei MCCA unter der Leitung der Inuit-Kuratorin Isabelle Avignaq Choquette bieten wertvolle Einblicke, rücken Indigene Sichtweisen in den Vordergrund und vertiefen das Verständnis der Erzählungen und Kontexte hinter den Werken. Sie laden die Besucher ein, vertraute Annahmen zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu entdecken.
Neben Ausstellungen und Workshops bietet „Arctic Voices 2026“ ein vielfältiges Programm mit Podiumsdiskussionen mit Kulturschaffenden. Diese bieten Raum für den Dialog über drängende Themen wie kulturelle Resilienz, Repräsentation und die Rolle der Kunst in Zeiten des ökologischen und sozialen Wandels. Die Diskussionen schaffen ein Forum, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und sowohl gemeinsame Anliegen als auch individuelle Erfahrungen in den arktischen Gemeinschaften beleuchten.
Das Programm umfasst ausserdem Familienerzählstunden und einen Joik-Nachmittag, an dem traditionelle Ausdrucksformen in einer intimen und anregenden Atmosphäre lebendig werden. Joik, eine der ältesten Musiktraditionen Europas, trägt persönliche und kollektive Erinnerungen in sich und verbindet Menschen, Orte und Emotionen durch Klang. Diese Veranstaltungen laden Besucher jeden Alters ein, aktiv teilzunehmen und das lebendige Erbe der Arktis auf direkte und bedeutungsvolle Weise zu erleben.
Filmvorführungen ergänzen das Programm mit visuellen Erzählungen, die den thematischen Rahmen der Ausstellung erweitern. Dokumentar- und Kunstfilme führen die Zuschauer in vielfältige Geschichten aus dem gesamten zirkumpolaren Norden ein und vertiefen so ihr Verständnis für die Komplexität und Realität der Region.
Letztlich lebt „Arctic Voices 2026“ von Begegnungen – zwischen Künstler*innen und Publikum, zwischen unterschiedlichen kulturellen Perspektiven und zwischen Tradition und zeitgenössischem Ausdruck. Es ist eine offene Einladung zum Mitmachen, Zuhören und Nachdenken. Indem das Programm arktische Stimmen nach Bern bringt, schafft es einen Raum, in dem Dialog möglich wird und die Vielfalt nordischer Kulturen nicht als etwas Fernes, sondern als etwas Gegenwärtiges, Relevantes und zutiefst Menschliches erlebt werden kann.
Links: articvoices.ch & mcca.ch