Die Schließung von Mine 7 auf Spitzbergen markiert das Ende des Kohlebergbaus in Longyearbyen. Der Abbau wurde im Juli 2025 eingestellt, anschließend folgten Rückbauarbeiten und die Sicherung des Geländes. Am 4. Mai 2026 wurde der Zugang versiegelt und der Schlüssel im Rahmen der endgültigen Schließung in den Stollen geworfen. Damit stellte die letzte norwegische Kohlemine auf Spitzbergen ihren Betrieb ein, während der russisch betriebene Bergbau in Barentsburg fortgeführt wird.
Der Kohlebergbau in Longyearbyen begann im Jahr 1906, als der amerikanische Unternehmer John Munro Longyear in der Region erste Bergbauaktivitäten aufbaute. Die daraus entstandene Siedlung entwickelte sich später zum administrativen Zentrum von Spitzbergen.
Im Jahr 1916 gingen die Bergbauaktivitäten in den Besitz des norwegischen Unternehmens Store Norske Spitsbergen Kulkompani über. Damit begann eine langfristige norwegische Beteiligung am Kohleabbau auf Spitzbergen. Im Laufe der Zeit wurde das Unternehmen zu einem wichtigen Akteur beim Ausbau der Infrastruktur und der Entwicklung der Gemeinschaft in Longyearbyen.
Über weite Teile des 20. Jahrhunderts war der Kohleabbau die wichtigste wirtschaftliche Grundlage in Longyearbyen. Er bildete die Basis für Arbeitsplätze, Wohnraum und Transportsysteme und spielte eine zentrale Rolle für eine dauerhafte norwegische Präsenz in der Hocharktis.
Mine 7, die 1976 eröffnet wurde, blieb auch nach der Schließung anderer Bergwerke auf Spitzbergen in Betrieb. In ihren letzten Jahren lieferte sie Kohle sowohl für die lokale Energieversorgung als auch für den Export an industrielle Abnehmer in Europa, darunter die Stahl- und Zementindustrie. Jährlich wurden rund 80.000 Tonnen Kohle exportiert. Die Kohleschicht war vergleichsweise dünn und lag meist zwischen 1,1 und 1,8 Metern, was Arbeiten in niedrigen und engen Stollen erforderte. Die Entscheidung zur Schließung der Mine steht im Zusammenhang mit breiteren politischen Veränderungen in Norwegen, darunter eine geringere Abhängigkeit von Kohle und eine stärkere Ausrichtung auf andere wirtschaftliche Aktivitäten in der Region.
Im Vorfeld der Schließung wurden Anlagen zurückgebaut, potenziell belastende Materialien entfernt und die Stollen gesichert. In der letzten Phase ging es vor allem darum, diese Arbeiten abzuschließen und den Betrieb formell zu beenden.
Mit der Schließung endete auch der Bergbau als Beschäftigungsfeld in Longyearbyen. Gleichzeitig entwickelt sich die Stadt in andere Bereiche, darunter Forschung, Bildung und Tourismus. Spuren des Bergbaus sind weiterhin in der Landschaft sichtbar, und die Industrie bleibt Teil der Geschichte des Ortes.
Die Schließung von Mine 7 steht für einen Übergang von kohlebasierten Aktivitäten hin zu anderen Formen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung auf Spitzbergen.
Léa Zinsli, PolarJournal