An der Auster Rookery in der Ostantarktis beginnt ein neuer Lebensabschnitt für Tausende Kaiserpinguine. Bei einem Besuch der Kolonie entdeckten Mitarbeiter der australischen Mawson-Station zahlreiche frisch geschlüpfte Küken. Nach Monaten in Dunkelheit und extremer Kälte beginnt damit die nächste entscheidende Phase der Brutsaison.
Die Auster Rookery liegt auf dem Meereis vor der Küste der Ostantarktis, rund 54 Kilometer von der australischen Mawson-Station entfernt. Mitarbeiter der Station besuchen die Kolonie während des Winters regelmäßig.
Beim jüngsten Besuch Anfang September bot sich ihnen ein deutlich verändertes Bild: Zahlreiche silbergraue Küken waren inzwischen geschlüpft und saßen geschützt auf den Füßen ihrer Eltern. Gleichzeitig erschien die Kolonie deutlich größer als noch wenige Wochen zuvor.
Gemeinsam gegen die Kälte
In den kommenden Wochen wachsen die Küken schnell und entwickeln ein dichtes Daunenkleid. Schon bald schließen sie sich zu größeren Gruppen, sogenannten Crèches, zusammen. Dort stehen die Jungtiere dicht beieinander, während ihre Eltern zunehmend zum Meer ziehen, um Nahrung zu beschaffen.
Bis zum antarktischen Frühsommer müssen die Küken kräftig wachsen und ihr wasserdichtes Jugendgefieder entwickeln. Der Erfolg hängt dabei wesentlich von stabilem Meereis ab. Bricht es zu früh auf, bevor die Jungtiere schwimmen können, kann dies für viele Küken tödlich enden.
Die aktuellen Beobachtungen an der Auster Rookery sind deshalb zunächst erfreulich: Eine neue Generation von Kaiserpinguinen hat die härtesten Monate des antarktischen Winters überstanden.
Rosamaria Kubny, PolarJournal