Dumont d’Urville – Expedition in die Antarktis

von Heiner Kubny
06/28/2026

Dumont d’Urville, geboren am 23. Mai 1790, war ein französischer Seefahrer und Polarforscher. Dumont entschied sich im Alter von 17 Jahren für eine höhere Offizierslaufbahn bei der Marine. Er war ein begabter Botaniker und sprach sieben Sprachen fließend. Dumont starb am 8. Mai 1842 in Meudon.
Der Stapellauf der «Astrolabe» erfolgte am 9. Juli 1814. Das Schiff war 31,57 Meter lang und 18,48 Meter breit. Die Verdrängung betrug 380 Tonnen. Das Schiff war im Besitz der französischen Marine.
Dumont d’Urville stand neben der «Astrolabe» mit der «Zèlée» sogar ein zweites Schiff zur Verfügung.

Dumont d’Urville segelte darauf nach Chile, um Nachschub zu holen und damit auch den verbliebenen Männern die Chance zu geben, sich zu erholen, dabei desertierten viele Besatzungsmitglieder. Von Chile segelte er über den Pazifik, den Besuch der Marquesas, Tahiti, Samoa, Tonga, Fidschi, die Salomonen, die Karolinen und Neuguinea. Weiter ging es um Indonesien und Südostasien und entlang der Westküste von Australien nach Hobart in Tasmanien.

Am 19. Januar 1840 wurde Land gesichtet und Dumont d’Urville nannte es «Terre Adelie», nach seiner Frau Adèle Dorothée.

Als der Sommer zurückkehrte, beschloss Dumont d’Urville einen weiteren Vorstoss in die Antarktis zu wagen. Unter anderem in der Hoffnung den magnetischen Südpol, der im unentdeckten Bereich zwischen dem 120. und dem 160. Längengrad vermutet wurde, zu finden. Diesmal verlief die Fahrt glücklicher. Am 19. Januar 1840 wurde Land gesichtet und Dumont d’Urville nannte es «Terre Adelie», nach seiner Frau Adèle Dorothée. Hier steht auch die im Jahr 1956 errichtete, nach seinem Namen genannte französische Forschungsstation.

Die Dumont-d’Urville-Station ist eine französische wissenschaftliche Station auf der Pétrel-Insel in Adélieland. Sie ist nach dem Forscher Jules Dumont d’Urville benannt. Im Winter bietet die Station Platz für 30 Wissenschaftler, im Sommer für 120.

Mit Gesteinsproben konnte er beweisen, dass er sich auf einem eigenständigen Kontinent befand. Er hisste die französische Flagge und markierte so für Frankreich, dass Terre Adelie in der Antarktis für Frankreich strategisch und politisch eine bedeutende Errungenschaft war.

Die Rückkehr führte ihn über Neuguinea und St. Helena im Atlantik. Am 6. November 1840 erreichten die beiden Schiffe nach drei Jahren und zwei Monaten wieder den Heimathafen Toulon. D’Urville wurde zum Konteradmiral befördert, und die Geografische Gesellschaft verlieh ihm ihre höchste Auszeichnung.

Während seiner Expeditionen zeigte Dumont d’Urville ein besonderes Interesse an der Botanik: Er sammelte über 3.000 Pflanzenarten, darunter rund 400 zuvor unbekannte, sowie etwa 1.200 Insektenarten, von denen 300 neu entdeckt wurden.

Nach seiner Rückkehr wurde er im Dezember 1840 zum Konteradmiral befördert und mit der Großen Goldmedaille der Geographischen Gesellschaft ausgezeichnet. eine Anerkennung seiner bedeutenden Leistungen und Entdeckungen. In den darauffolgenden Monaten widmete er sich intensiv der Ausarbeitung und Veröffentlichung seines Werkes „Reise zum Südpol und nach Ozeanien“, in dem er seine Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse festhalten wollte.

Doch bevor er dieses Lebenswerk vollenden konnte, ereignete sich eine Tragödie: Am 8. Mai 1842 kam er gemeinsam mit seiner Frau und seinem erst 16-jährigen Sohn bei dem verheerenden Eisenbahnunglück von Meudon ums Leben. Dieses Unglück zählt zu den ersten großen Zugkatastrophen in Frankreich und setzte seinem Leben sowie seiner vielversprechenden Arbeit ein plötzliches und tragisches Ende.

Heiner Kubny, PolarJournal