Neuseeland hat den Bauvertrag für den umfassenden Neubau seiner Antarktis-Forschungsstation Scott Base unterzeichnet und damit eines der größten Infrastrukturprojekte des Landes wieder auf den Weg gebracht. Wie Antarctica New Zealand am 30. Juli 2026 mitteilte, erhielt das Wellingtoner Bauunternehmen LT McGuinness den Zuschlag. Das Projekt war 2023 gestoppt worden, nachdem die Kosten den ursprünglichen Finanzierungsrahmen überschritten hatten.
Nach einer umfassenden Überarbeitung genehmigte die neuseeländische Regierung im Mai einen neuen Projektplan mit einem Budget von 498 Millionen Neuseeland-Dollar (rund 288 Millionen US-Dollar). Dabei blieben die wissenschaftlichen und betrieblichen Kernfunktionen der Station erhalten, während das Baukonzept vereinfacht wurde.
Herzstück der Modernisierung ist ein neues, mehr als 3.000 Quadratmeter großes Basisdienstleistungsgebäude. Zudem werden das Hillary Field Centre erweitert sowie die veraltete Wasser-, Abwasser- und Energieinfrastruktur vollständig ersetzt. Die bebaute Fläche der Scott Base wächst dadurch von rund 5.000 auf 6.500 Quadratmeter.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist auch die Modernisierung der Energieversorgung. Ein neuer Windpark und ein Batteriespeichersystem sollen den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen und die Stromversorgung sowohl der Scott Base als auch der benachbarten US-amerikanischen McMurdo-Station zuverlässiger machen.
Die Bauarbeiten erfolgen während mehrerer antarktischer Sommersaisons, da auf Ross Island pro Jahr lediglich ein rund 100 Tage langes Baufenster zur Verfügung steht. In der kommenden Saison beginnen zunächst Bohr- und Rammarbeiten sowie der Transport von Baumaterial für die Hauptbauphase 2027/28. Die Fertigstellung der modernisierten Scott Base ist weiterhin für 2030 vorgesehen.
Heiner Kubny, PolarJournal