Vogelgrippe erreicht Alaskas Eisbären

von Rosamaria Kubny
10/18/2026

Zwei Wildtierforscher des U.S. Geological Survey (USGS) untersuchen einen auf dem Meereis liegenden Eisbären. Solche Untersuchungen ermöglichen die Entnahme biologischer Proben, mit denen sich unter anderem der Gesundheitszustand der Tiere und mögliche Infektionen erfassen lassen. (Video: U.S. Geological Survey / Public Domain)

Eine neue amerikanische Studie zeigt, dass auch Eisbären in Alaska mit hochpathogenen Vogelgrippeviren in Kontakt kommen und sich infizieren können. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Vogelgrippe längst nicht mehr nur auf Vögel beschränkt, sondern auch grosse Raubtiere der Arktis betrifft.

Wie der U.S. Geological Survey (USGS) am 5. Oktober 2026 berichtet, untersuchte ein Forschungsteam unter Leitung von Andrew Ramey Hinweise auf Infektionen mit dem H5-Virus bei Eisbären in Alaska. Dabei wurden auch Antikörper untersucht, die auf einen früheren Kontakt mit dem Erreger hinweisen können.

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Wildtierforscher des U.S. Geological Survey (USGS) untersuchen einen betäubten Eisbären auf dem Meereis der südlichen Beaufortsee vor Alaska. Dabei werden biologische Proben gesammelt, die wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Tiere liefern. (Video: U.S. Geological Survey / Public Domain)

Bereits 2023 wurde nahe Utqiaġvik an der Beaufortsee ein verendeter Eisbär gefunden, bei dem das hochpathogene H5N1-Virus nachgewiesen wurde. Untersuchungen ergaben schwere Gehirnentzündungen. Inzwischen wurden in Alaska zwei bestätigte Vogelgrippefälle bei Eisbären registriert.

Eisbären ernähren sich hauptsächlich von Robben, fressen gelegentlich aber auch Seevögel und Aas. Forschende vermuten deshalb, dass infizierte Vögel eine mögliche Ansteckungsquelle darstellen. Der genaue Übertragungsweg ist jedoch noch ungeklärt.

Ein Wildtierforscher vermisst einen betäubten Eisbären auf dem Meereis. Solche Untersuchungen liefern wichtige Informationen über Körpergrösse, Gesundheitszustand und mögliche Erkrankungen der Tiere. (Foto: U.S. Geological Survey / Urheber und Lizenz noch nicht abschliessend bestätigt)

Die im Fachjournal iScience veröffentlichte Studie zeigt, dass Infektionskrankheiten bei der Überwachung arktischer Eisbärpopulationen stärker berücksichtigt werden müssen. Wie gross die tatsächliche Gefahr für die Bestände ist, bleibt offen.

Rosamaria Kubny, PolarJournal