In der arktischen Zone des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen hat „Gazprom Neft“ eines der bedeutendsten Ölfelder der vergangenen 30 Jahre entdeckt. Das Vorkommen befindet sich in den Lizenzgebieten Süd-Nowoportowski und Saletinski. Die geologischen Reserven werden auf rund 55 Millionen Tonnen Öl geschätzt.
Das neue Feld ist Teil eines großen Öl- und Gasklusters im Süden der Jamal-Halbinsel, zu dem bereits die Gebiete Süd-Nowoportowski, Surowy und Saletinski gehören. Es wurde nach Alexei Kontorowitsch benannt, einem der Begründer der russischen wissenschaftlichen Schule der Erdöl- und Erdgasgeologie, dessen Forschungen maßgeblich zur Entwicklung der Öl- und Gasförderung in Westsibirien beitrugen.
Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von „Gazprom Neft“, Alexander Djukow, unterstreicht die Entdeckung das weiterhin erhebliche Potenzial der russischen Rohstoffbasis, insbesondere in der Arktis und in Ostsibirien. Zugleich leiste das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie Russlands bis 2050, in der die Entwicklung arktischer Projekte eine zentrale Rolle spielt.
Die Entdeckung ist das Ergebnis eines dreijährigen geologischen Erkundungsprogramms. Dabei kamen moderne 2D- und 3D-Seismikverfahren sowie digitale geologische und hydrodynamische Untergrundmodelle zum Einsatz. Eine Explorationsbohrung erreichte eine Tiefe von rund 2.700 Metern und bestätigte wirtschaftlich nutzbare Zuflüsse von schwefelarmem, niedrigviskosem Öl sowie von Gas und Kondensat. Die Bohrarbeiten wurden rund um die Uhr vom Bohrmanagementzentrum in Tjumen koordiniert, wobei digitale Lösungen eine Echtzeitüberwachung und präzise Prognosen ermöglichten.
In den kommenden Jahren sind weitere Explorationsmaßnahmen vorgesehen, um die Struktur des Feldes detailliert zu untersuchen und die Grundlage für eine industrielle Erschließung zu schaffen.
Heiner Kubny, PolarJournal