Die Regierung von Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln (GSGSSI) hat am 13. November 2025 die Veröffentlichung einer neuen Briefmarkenserie zur Würdigung des kulturellen Erbes Südgeorgiens bekannt gegeben.
Vor 250 Jahren landete Kapitän James Cook in der Possession Bay und nahm die Insel im Namen von König Georg III. und seiner Erben in Besitz. Dieses Jubiläum bietet Anlass, Südgeorgiens bemerkenswerten Wandel zu feiern: von einer einst wenig bekannten und kaum geschätzten Insel hin zu einem blühenden britischen Überseegebiet, das heute international für sein Engagement in Wissenschaft, Naturschutz und nachhaltigem Management anerkannt ist. Jede Jubiläums-Briefmarkenserie widmet sich einem eigenen Themenbereich und beleuchtet sowohl die Geschichte als auch die Zukunft Südgeorgiens.
Die vorliegende vierte Ausgabe ist als Dauerserie konzipiert und rückt das kulturelle Erbe der Insel in den Mittelpunkt. Sie zeigt, wie Menschen im Verlauf von 250 Jahren mit der herausfordernden Landschaft Südgeorgiens gelebt, gearbeitet und interagiert haben.
Government
Im Jahr 1775 nahm James Cook Südgeorgien formell für Großbritannien in Besitz. Mit der Ausstellung der Letters Patent im Jahr 1843 begann der ununterbrochene britische Besitz und die britische Verwaltung. Während des 19. Jahrhunderts wurde Südgeorgien als abhängiges Gebiet der Falklandinseln verwaltet, bis das Territorium 1985 eine eigenständige Verwaltung erhielt und die Regierung von Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln gegründet wurde. Das Zentrum der Regierungsgeschäfte befindet sich heute in King Edward Point, wo eine ständige Regierungspräsenz die Aktivitäten auf den Inseln überwacht – von der Fischerei über den Tourismus bis hin zum Naturschutz.
Industry Trotz der heute dominierenden unberührten Natur sind die Spuren vergangener Industrie auf Südgeorgien weiterhin sichtbar. Besonders die landgestützten Walfangstationen erinnern an eine Zeit intensiver Ressourcennutzung. Diese Stationen waren einst lebendige Zentren mit Verarbeitungsanlagen, Unterkünften, Kantinen, Küchen, Gärten sowie Bootswerften und Reparaturanlagen – alles Notwendige für eine Industrie im rauen Südlichen Ozean. Die am Strand von Stromness liegenden Schiffsschrauben sind eindrucksvolle Zeugnisse dieser industriellen Vergangenheit
Field Science
Als einzigartiges natürliches Labor für Seevögel und Meeressäuger zieht Südgeorgien seit Jahrzehnten Wissenschaftler aus aller Welt an. Viele Forschungsdaten können nur direkt vor Ort erhoben werden, und einige Langzeitstudien zur Populationsentwicklung laufen bereits seit über 30 Jahren. Moderne Fernerkundungstechniken erleichtern heute die Beobachtung der Tierwelt, doch Feldarbeit und die Entnahme physischer Proben bleiben unverzichtbar, insbesondere zur Untersuchung von Ernährung und Bruterfolg. Die Feldhütte auf der Greene-Halbinsel steht exemplarisch für diese Arbeit: eine kleine Unterkunft mit zwei Kojen und einfacher Küchenzeile.
Worship
Während der Walfangära waren die Küstenstationen weitgehend autark – auch in spiritueller Hinsicht. Die Kirche von Grytviken, 1913 von norwegischen Walfängern errichtet, nahm eine zentrale Rolle im Gemeinschaftsleben ein. Hier fanden zahlreiche bedeutende Gottesdienste statt, darunter die Trauerfeier für Sir Ernest Shackleton. Heute gehört die Kirche zur Diözese der Falklandinseln und dient weiterhin als Ort des Gedenkens sowie für gelegentliche Hochzeiten.
Endeavour
Das Leben auf der abgelegenen Insel erforderte stets große Anstrengung, Ausdauer und Einfallsreichtum. Aufgaben, die andernorts selbstverständlich waren, stellten auf Südgeorgien besondere Herausforderungen dar. Die kleine, wettergegerbte Hütte in Jason Harbour zeugt von dieser Entschlossenheit: 1911 als Zufluchtsort errichtet, diente sie zugleich als Poststelle für die Stationen in der Stromness Bay und stellte eine wichtige Kommunikationsverbindung zur Außenwelt dar.
Exploration
Untrennbar mit Südgeorgien verbunden ist der Name Sir Ernest Shackleton. Berühmt wurde er durch seine heldenhafte Durchquerung der Insel, um Hilfe für die auf Elephant Island gestrandete Besatzung der Endurance zu holen. Auf Wunsch seiner Frau fand Shackleton seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Grytviken. Der Entdeckergeist lebt bis heute fort: Zu den bedeutendsten Unternehmungen zählt die Combined Services Expedition von 1964/65, die Shackletons Route nachvollzog und erstmals den höchsten Gipfel der Insel, den Mount Paget, bestieg. Auch heute wagen sich noch vereinzelt Bergsteiger in das zerklüftete und schwer zugängliche Inselinnere.
Die Briefmarken dieser Ausgabe sind für Sammler und Interessierte über www.falklandstamps.com sowie für Geschäftskunden über https://iomstamps.com erhältlich.
Heiner Kubny, PolarJournal