Mitten im ewigen Eis sorgt kurz vor Weihnachten ein besonderes Geschenk für Aufsehen: Die Mitarbeiter der britischen Rothera-Forschungsstation in der Antarktis haben einen originalen Briefkasten der Royal Mail erhalten – in klassischer Laternenform und mit dem Monogramm von König Karl III.
Initiiert wurde die außergewöhnliche Lieferung von Kirsten Shaw, die auf der Rothera-Forschungsstation den Postdienst betreibt. Was mit dem Wunsch begann, einen einfachen selbstgebauten Briefkasten zu ersetzen, führte bis in den Königlichen Haushalt. Gemeinsam mit der Royal Mail wurde schließlich ein Stück britischer Alltagskultur an einen der entlegensten Orte der Erde geschickt.
Gerade in der Isolation der Antarktis hat Post einen besonderen Wert. Handgeschriebene Briefe verbinden die Forscher mit ihren Familien und Freunden – ein Luxus, der im digitalen Zeitalter selten geworden ist. Für ihr Engagement wurde Shaw bereits 2022 mit der Fuchs-Medaille ausgezeichnet welche vom British Antarctic Survey verliehen wird.
Die Fuchs-Medaille wird an Personen verliehen, die über einen langen Zeitraum aussergewöhnliche Dienste für den BAS geleistet haben, oft in unterstützenden oder administrativen Rollen, die nicht direkt mit der wissenschaftlichen Forschung im Vordergrund stehen.
Der neue Briefkasten erreichte Rothera an Bord des Polarforschungsschiffs RRS Sir David Attenborough nach dem langen antarktischen Winter. Im Discovery Building der Station soll er künftig nicht nur Briefe sammeln, sondern auch täglich daran erinnern, wie nah sich Heimat selbst am Ende der Welt anfühlen kann.
Rosamaria Kubny, PolarJournal