Indien plant erstes Polar- und Ozeanmuseum in Goa

von Heiner Kubny
09/06/2026

Die Forschungsstation Bharati in den Larsemann Hills der Ostantarktis ist Indiens modernste Antarktisbasis. Seit 2012 dient sie als Ausgangspunkt für internationale Forschungsprojekte zu Klima, Geologie, Glaziologie und Ozeanographie. (Foto: NCPOR)

Indien will seine Polar- und Meeresforschung künftig stärker einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Das Nationale Zentrum für Polar- und Meeresforschung (National Centre for Polar and Ocean Research, NCPOR) in Goa hat dazu eine Absichtserklärung mit Creative Media Designers aus Kolkata, einer Tochtergesellschaft des National Council of Science Museums (NCSM), unterzeichnet. Gemeinsam soll am NCPOR-Standort in Goa das erste spezialisierte Polar- und Ozeanmuseum des Landes entstehen.

Die Forschungsstation Himadri auf Spitzbergen bildet das Zentrum der indischen Arktisforschung. Seit 2008 untersuchen Wissenschaftler hier unter anderem den Klimawandel, Gletscher und die arktische Umwelt. (Foto: NCPOR)

Die Vereinbarung wurde von NCPOR-Direktor Dr. Thamban Meloth und Amitabh, Geschäftsführer von Creative Media Designers, unterzeichnet. Mit dem Projekt entsteht ein modernes Zentrum für Wissenschaftskommunikation, das die Forschungsaktivitäten Indiens in der Arktis, Antarktis, im Himalaya und in den Tiefseegebieten anschaulich präsentieren soll.

Haupteingang des National Centre for Polar and Ocean Research (NCPOR) in Goa. Das Forschungszentrum koordiniert Indiens Polarprogramme und betreibt die Forschungsstationen Maitri, Bharati und Himadri. Auf dem Campus soll künftig auch das erste Polar- und Ozeanmuseum des Landes entstehen. (Foto: NCPOR)

Das Museum wird interaktive Ausstellungen, multimediale Präsentationen und wissenschaftliche Exponate miteinander verbinden. Zu den geplanten Attraktionen gehören eine Galerie zur Polarforschung, das Globe Theatre „Science on a Sphere“ (SoS), Sonderausstellungen zur Geschichte der indischen Polarforschung sowie multisensorische Erlebnisbereiche. Ergänzt werden diese durch Expeditionsartefakte, wissenschaftliche Proben und interaktive Stationen, die Besuchern Einblicke in die Arbeit der Forschenden ermöglichen.

Nach Angaben des NCPOR soll das Museum zu einem nationalen Zentrum für Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit werden. Es soll das Verständnis für die Bedeutung der Polarregionen und der Ozeane fördern und aufzeigen, welche Rolle sie für das globale Klima, die Umwelt und die nachhaltige Entwicklung der Erde spielen. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt Indiens wachsende Bedeutung als Akteur in der internationalen Polar- und Meeresforschung.

Heiner Kubny, PolarJournal