70. Jahrestag der russischen Antarktisstation Mirny

von Heiner Kubny
02/14/2026

Die Hauptforschungsgebiete der Mirny-Station sind Glaziologie, Seismologie, Meteororgie, die Beobachtung von Polarlichtern, kosmischen Strahlungen und Meeresbiologie. (Foto: AARI / Dmitriy Rezov)

Am 13. Februar 1956 wurde die Flagge der UdSSR auf der ersten sowjetischen Antarktisstation Mirny gehisst. Dieses historische Datum markiert den Beginn der systematischen sowjetischen Forschung auf dem Südkontinent, die seit nunmehr sieben Jahrzehnten ununterbrochen fortgesetzt wird.

Die Gründung der Station stand im Zeichen des Internationalen Geophysikalischen Jahres, das der wissenschaftlichen Erforschung der Polarregionen entscheidende Impulse verlieh. Bereits am 13. Juni 1955 beschloss die sowjetische Regierung die Organisation der ersten Integrierten Antarktisexpedition unter Leitung des renommierten Polarforschers Michail Somow. Die Station wurde nach der legendären Expeditionsschaluppe „Mirny“ (1819–1821) benannt, deren Besatzung zur Entdeckung der Antarktis beitrug.

Die Höchsttemperaturen bei der Mirny-Station erreichen im Sommer durchschnittlich fast 2°C, während die die Temperatur im Winter über mehrere Monate hinweg konstant knapp unter −15°C liegen. (Foto: AARI / Aleksey Nagaev)

Bis heute ist Mirny in Betrieb und zählt zu den wichtigsten Zentren der russischen Antarktisforschung. Hier entstand eine der weltweit längsten kontinuierlichen Messreihen zur antarktischen Umwelt. Erfasst werden Daten in den Bereichen Meteorologie, Aktinometrie, Aerologie, Geomagnetismus, Ionosphärenstruktur, Küstenozeanographie, Glaziologie, Gesamtozongehalt und Spurengase.

Über viele Jahre hinweg fungierte Mirny als logistisches und wissenschaftliches Hauptquartier der sowjetischen und später russischen Antarktisexpeditionen. Von hier aus starteten Vorstöße ins Landesinnere, die grundlegende Erkenntnisse über die Dicke des Eisschildes, die Topographie des Gletscherbetts und die klimatischen Bedingungen im Inneren des Kontinents lieferten.

In der Nacht vom 2. zum 3. August 1960 brach auf der Station ein Brand aus, bei dem acht Polarforscher starben. Anschließend wurde auf der zwei Kilometer vor der Küste gelegenen Buromski-Insel ein Friedhof angelegt, auf dem bis zum Jahr 2010 schon über 60 verunglückte Bewohner der Station bestattet wurden. (Foto: AARI / Dmitriy Rezov)

„Die Mirny-Station ist seit Jahrzehnten ein zentraler Knotenpunkt der russischen Antarktisforschung. Die hier gewonnenen Daten bilden eine unverzichtbare Grundlage für das Verständnis der natürlichen Prozesse, die das Klima unseres Planeten beeinflussen“, erklärte Alexander Makarov, Direktor des Arktis- und Antarktisforschungsinstituts.

Auch heute werden im Rahmen des Programms der russischen Antarktisexpedition ganzjährig meteorologische, aerosoloptische, ozonometrische, magnetosphärische und ionosphärische Untersuchungen durchgeführt sowie Satellitendaten über den Zustand des Meereises empfangen und ausgewertet. Der 70. Jahrestag der Station Mirny würdigt eine einzigartige wissenschaftliche Kontinuität und ihren Beitrag zur internationalen Klimaforschung.

Heiner Kubny, PolarJournal