Das diesjährige 54. Iditarod Trail Schlittenhunderennen begann am Samstag, den 7. März, mit 37 Teilnehmern, darunter 12 Frauen. Auf der Teilnehmerliste stehen 30 US-Amerikaner, davon 27 aus Alaska, sowie drei Kanadier, eine Dänin und drei NorwegerInnen. Die Mushers müssen sich für das Rennen qualifizieren, indem sie zuvor drei kleinere Rennen absolvieren. Jeder Musher tritt mit einem Team von 12 bis 16 Hunden an, und mindestens fünf Hunde müssen auf der Leine sein, damit ein Team offiziell in Nome ins Ziel kommt. Bisher haben Teilnehmer aus 14 verschiedenen Nationen das Rennen abgeschlossen. Die Strecke umfasst etwa 1.000 Meilen, also rund 1.609 Kilometer.
Von Anchorage nach Nome: Die legendäre Strecke
Das Rennen beginnt mit einem feierlichen Start in Anchorage, der offizielle Neustart findet am nächsten Tag in Willow statt, etwa 80 Meilen nördlich. Die Strecke führt durch Wälder, Tundra, sowie über Gebirgspässe, Flüsse und Meereis. Die Mushers können ihr Tempo selbst bestimmen, müssen jedoch drei vorgeschriebene Ruhepausen einhalten: einen 24-stündigen Aufenthalt an einem Kontrollpunkt ihrer Wahl, einen 8-stündigen Stopp an einem beliebigen Kontrollpunkt am Yukon River und einen 8-stündigen Stopp in White Mountain. Die Wetterbedingungen sind extrem, mit Schneestürmen und Minusgraden, die durch den Windchill-Faktor noch kälter wirken.
Die Strecke verläuft über zwei sich abwechselnde Routen zwischen Ophir und Kaltag: die nördliche Route in geraden Jahren und die südliche Route in ungeraden Jahren. Die nördliche Route ist mit 975 Meilen (1.569 km) etwas kürzer als die südliche Route mit 998 Meilen (1.606 km). In den letzten Jahren wurde die Strecke gelegentlich angepasst, wenn auf der traditionellen Route nicht genügend Schnee lag.
Geschichte, Rekorde und das Erbe der Strecke
Das Iditarod Trail Hundeschlittenrennen begann 1973. Der Trail wird seit Hunderten von Jahren von den indigenen Gemeinschaften der Inupiaq und Athabaskan in Alaska genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde er auch von russischen Pelzhändlern und später von Goldgräbern während des Alaska-Goldrausches verwendet. Auf dem Höhepunkt der Bergbauzeit im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Hundeschlitten ein unverzichtbares Transportmittel, um Brennholz, Bergbauausrüstung, Golderz, Lebensmittel, Felle und andere Vorräte zwischen entlegenen Siedlungen zu transportieren.
Im Laufe der Jahre gab es bemerkenswerte Meilensteine: Libby Riddles wurde 1985 die erste Frau, die gewann, Martin Buser, ein in Alaska lebender Schweizer, war 1992 der erste ausländische Sieger, und der Norweger Robert Sørlie war 2003 der erste Nicht-US-Bürger, der den Titel gewann. Den aktuellen Rekord für die schnellste Rennzeit stellte 2021 Dallas Seavey auf, der die Strecke in 7 Tagen, 14 Stunden, 8 Minuten und 57 Sekunden absolvierte. Das Rennen ist nach der Geisterstadt Iditarod benannt, einem Zentrum während des Goldrausches in Alaska.
Léa Zinsli, PolarJournal

