Grönland auf einen Blick

von Polar Journal AG Team
07/24/2026

Grönland ist weit mehr als Eis, mit einer überwiegend an den Küsten lebenden Inuit-Bevölkerung, deren Alltag eng mit Umwelt und Wirtschaft verknüpft ist.
Eine Küstensiedlung in Grönland (Foto: Heiner Kubny)

Grönland hat in letzter Zeit verstärkt internationale Aufmerksamkeit erhalten. Darüber hinaus ist die Insel weit mehr als das gängige Bild einer weiten, leeren Eislandschaft.

Rund 80 Prozent der Insel sind vom grönländischen Eisschild bedeckt, einer der größten Eismassen der Erde. Diese gewaltige Eisdecke spielt eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem, insbesondere durch ihren Einfluss auf den Meeresspiegel. Veränderungen des Eisschildes werden genau beobachtet, da selbst kleine Verschiebungen weltweite Auswirkungen haben können. Entlang der schmalen Küstenstreifen jedoch, wo Berge, Fjorde und Tundra unter dem Eis hervortreten, lebt der Großteil der Bevölkerung.

Der grönländische Eisschild bedeckt rund 80 Prozent der Insel (Foto: Heiner Kubny)

Mit rund 56.000 Einwohnern ist Grönland eine der am dünnsten besiedelten Regionen der Welt. Die Siedlungen liegen verstreut entlang der Küste und sind oft durch große Entfernungen und schwieriges Gelände voneinander getrennt. Straßen verbinden die Orte nicht miteinander; Reisen erfolgen hauptsächlich per Boot oder Flugzeug, in einigen Regionen im Winter auch mit Schneemobilen oder Hundeschlitten.

Die Mehrheit der Bevölkerung Grönlands ist Inuit, und ihre Kultur bildet die Grundlage des Lebens auf der Insel. Sie prägt Sprache, Traditionen und den Alltag. Die grönländische Sprache, Kalaallisut, ist weit verbreitet und spiegelt eine enge Verbindung zur Umwelt wider. Jagd- und Fischereitraditionen, angepasst an moderne Lebensweisen, spielen in vielen Gemeinschaften weiterhin eine wichtige Rolle.

Die Fischerei ist das Rückgrat der Wirtschaft, insbesondere der Export von Garnelen und Heilbutt. Gleichzeitig befindet sich Grönland in einem schrittweisen sozialen und wirtschaftlichen Wandel. Städtische Zentren wie Nuuk wachsen, die Infrastruktur wird ausgebaut, und internationale Verbindungen nehmen zu, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt.

Kajaks vor einem großen Eisberg in grönländischen Gewässern (Foto: ©Marcel Schütz)

Obwohl Grönland geografisch zu Nordamerika gehört, ist es politisch mit Dänemark verbunden und verfügt über ein hohes Maß an Selbstverwaltung. Entscheidungen über natürliche Ressourcen, wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz werden zunehmend innerhalb Grönlands selbst getroffen.

Grönland ist weit davon entfernt, eine leere, gefrorene Wildnis zu sein. Vielmehr ist es ein Ort, an dem extreme Naturbedingungen und menschliches Leben nebeneinander bestehen. Eis, Meer und Land bilden ein dynamisches System, das sowohl lokale Lebensweisen als auch das globale Klima beeinflusst. Ein Blick über das Eis hinaus zeigt eine Region, die nicht nur abgelegen ist, sondern auch eng mit der übrigen Welt verbunden.