Eines der größten Bergbauprojekte der russischen Arktis liegt vorerst auf Eis. Die Entwicklung des riesigen Kohlevorkommens Syradasayskoye auf der Taymyr-Halbinsel wurde aus wirtschaftlichen und logistischen Gründen gestoppt. Die Arbeiten sollen frühestens 2028 wieder aufgenommen werden.
Das Unternehmen Severnaya Zvezda hat die Arbeiten am Kohlevorkommen rund 110 Kilometer südöstlich von Dikson eingestellt. Als Gründe gelten niedrige Kohlepreise, hohe Finanzierungskosten und Probleme beim Abtransport.
Syradasayskoye zählt mit geschätzten 5,7 Milliarden Tonnen Kohle zu den größten Lagerstätten der russischen Arktis. Geplant war ein Tagebau mit einer Förderleistung von langfristig bis zu zehn Millionen Tonnen jährlich. Dafür wurden bereits Straßen, Industrieanlagen und ein eigener Meeresterminal errichtet.
Die Kohle sollte vor allem über die Nördliche Seeroute nach Asien exportiert werden. Doch die abgelegene Lage und der Mangel an geeigneten Schiffen machen den Transport teuer und schwierig.
Der Abbau hatte bereits begonnen. Im Oktober 2022 wurden die ersten rund 100.000 Tonnen Kohle nach China verschifft. Für 2023 wurden 574.000 Tonnen gemeldet. Ursprünglich sollte Syradasayskoye bereits 2026 rund sieben Millionen Tonnen Fracht für die Nördliche Seeroute liefern.
Der Baustopp zeigt, wie schwierig die Erschließung großer Rohstoffvorkommen in der russischen Hocharktis bleibt. Ob die Arbeiten wie angekündigt 2028 tatsächlich wieder aufgenommen werden, ist offen.
Heiner Kubny, PolarJournal

