Wie werden Wale von Plankton satt?

von Rosamaria Kubny
01/12/2026

Der Buckelwal (Megaptera novaeangliae) ist eine Bartenwalart. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von 14 bis 17 Metern und ein Gewicht von bis zu 40 Tonnen. (Foto: Pexels, Ben Phillips)

Wale zählen zu den größten Lebewesen, die jemals auf der Erde gelebt haben. Besonders erstaunlich ist, dass einige dieser riesigen Tiere sich fast ausschließlich von sehr kleinen Lebewesen ernähren. Möglich wird das durch besondere körperliche Anpassungen und eine effektive Art der Nahrungsaufnahme.

Die Nahrung der Buckelwale besteht hauptsächlich aus Krill und kleinen Fischen. Sie nehmen beim jagen Wasser ins Maul und filtern das Plankton heraus. (Foto: Getty Images)

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Untergruppen von Walen: Zahnwale und Bartenwale. Zahnwale besitzen Zähne und jagen aktiv größere Beutetiere wie Fische oder Tintenfische. Bartenwale hingegen haben keine Zähne. Zu ihnen gehören unter anderem der Blauwal und der Buckelwal. Diese Walarten ernähren sich hauptsächlich von Krill und Plankton.

Krill gilt als wichtiges Bindeglied in der unteren Phase der Nahrungskette. Er ernährt sich von Phytoplankton und in geringerem Maße von Zooplankton und ist zudem die Hauptnahrungsquelle für viele größere Tiere. (Foto: Getty Images)

Anstelle von Zähnen besitzen Bartenwale sogenannte Barten im Oberkiefer. Dabei handelt es sich um mehrere Hundert Hornplatten, die oft mehrere Meter lang sind und dicht nebeneinander hängen. Zwischen den einzelnen Barten befinden sich kleine Zwischenräume von etwa ein bis drei Zentimetern. Zusammen bilden sie eine Art Filter oder Sieb.

Zur Nahrungsaufnahme öffnen Bartenwale ihr Maul weit und nehmen große Mengen Meerwasser auf. Dieses Wasser enthält Plankton, vor allem Zooplankton wie Krill. Anschließend schließen die Wale ihr Maul und pressen das Wasser mithilfe ihrer Zunge wieder nach außen. Dabei bleibt das Plankton an den Barten hängen. Danach wird die angesammelte Nahrung geschluckt.

DerOrca (Orcinus orca), auchSchwertwal genannt, ist ein Zahnwal und das größte Mitglied der Delfinfamilie. (Foto: Pixbay)

Der Begriff Plankton bezeichnet alle Lebewesen, die sich nicht aus eigener Kraft fortbewegen können, sondern mit den Meeresströmungen treiben. Man unterscheidet zwischen Phytoplankton, dem pflanzlichen Plankton, und Zooplankton, dem tierischen Plankton. Zooplankton ernährt sich häufig von Phytoplankton und bildet eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Meerestiere, darunter auch die Bartenwale. Obwohl Plankton sehr klein ist, kommt es im Meer in riesigen Mengen vor. Besonders Krill tritt oft in großen Schwärmen auf. Ein einzelner großer Wal kann pro Tag mehrere Tonnen Krill fressen. Durch diese enorme Nahrungsmenge decken die Wale ihren Energiebedarf und können trotz der geringen Größe ihrer Nahrung satt werden

Orcas haben ein breites Nahrungsspektrum. Einzelne Populationen spezialisieren sich oft auf bestimmte Beutetiere, darunter Knochenfische, Pinguine, Haie und Meeressäuger wie Robben, Delfine und Wale. (Foto: Getty Images)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bartenwale dank ihrer Barten und ihrer speziellen Filtertechnik perfekt an das Leben als Planktonfresser angepasst sind. Diese besondere Ernährungsweise ermöglicht es ihnen, sich erfolgreich von winzigen Lebewesen zu ernähren und dennoch zu den größten Tieren der Welt zu gehören.

Rosamaria Kubny, PolarJournal