Eine internationale Forschergruppe, darunter Vertreter aus Kanada, den Vereinigten Staaten und Norwegen, hat in der Fachzeitschrift Ecological Monographs einen neuen Bericht über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Genetik und Evolution von Eisbären veröffentlicht.
Wissenschaftler untersuchten alle 20 Eisbärenpopulationen. Einige sind stark rückläufig; andere hingegen bleiben stabil, und manche gedeihen sogar aufgrund von Faktoren wie hoher Artenvielfalt, reichlich vorhandener Beute und Zugang zu Gletschereis, das das schwindende Meereis ergänzt.
Dennoch werden Eisbären im Durchschnitt kleiner. Dies ist eine Form der Fehlanpassung, da sie keinen Vorteil bietet: Die geringere Körpergröße macht die Bären angreifbarer, verkürzt die Zeit, die sie ohne Nahrung auskommen können, und führt zur Geburt kleinerer Jungtiere mit geringeren Überlebenschancen.
Darüber hinaus bestätigten die Forscher, dass sich Eisbären evolutionär gesehen nicht an den Klimawandel anpassen. Obwohl einige Individuen Verhaltensflexibilität zeigen, beispielsweise die Anwendung neuer Jagdstrategien, wird dies nicht durch evolutionäre Mechanismen an die Nachkommen weitergegeben.
Zudem führt der verringerte Genfluss zwischen Populationen zu einer abnehmenden genetischen Vielfalt in vielen von ihnen. Dieser Rückgang deutet zusammen mit zunehmender Inzucht auf eine geringere Anpassungsfähigkeit und größere Anfälligkeit hin.
Die Aufrechterhaltung des Kontakts zwischen den Populationen ist für das Überleben der gesamten Art von entscheidender Bedeutung, betonen die Autoren des Berichts.
„Unsere Forschung zeigt, dass einer der wirksamsten Wege, Eisbären in der sich erwärmenden Arktis zu schützen, die Aufrechterhaltung der Vernetzung von Ökosystemen durch den Erhalt ihrer Lebensräume ist. Durch Meeresschutzgebiete, die strategische Planung von Schifffahrtsrouten und andere Maßnahmen können wir sicherstellen, dass Eisbären und andere arktische Arten sich weiterhin ausbreiten und mit anderen Populationen in Kontakt treten können. Dies ist unerlässlich für den Erhalt der genetischen Vielfalt und die langfristige Widerstandsfähigkeit der Arten “, so Dr. Ruth Rivkin, Hauptautorin der Studie und Forscherin an der Universität Manitoba (Kanada), die auch mit der Naturschutzorganisation Polar Bears International zusammenarbeitet.
Gleichzeitig betont Rosatom, dass die Schifffahrt auf der Nordostpassage keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt habe. Dies deutet darauf hin, dass Russland keine zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz arktischer Arten im Kontext des Seeverkehrs plant.
Rosamaria Kubny, PolarJournal

