Tausende Eselspinguine sind ungewöhnlich früh auf die Galindez-Insel bei der ukrainischen Antarktisstation Akademik Vernadsky zurückgekehrt. Erst wenige Wochen zuvor hatten die Tiere die Insel außergewöhnlich spät verlassen.
Biologen der 31. Ukrainischen Antarktisexpedition beobachteten bereits in der zweiten Augusthälfte zahlreiche Eselspinguine auf Galindez Island an der Westküste der Antarktischen Halbinsel. Anfang September wurden bereits mindestens 3.500 Tiere gezählt, wie das ukrainische National Antarctic Scientific Center (NASC) mitteilte.
Normalerweise kehren die Pinguine erst zwischen Mitte September und Mitte Oktober in größerer Zahl zu ihren Brutplätzen zurück. Dieses Jahr waren sie mehrere Wochen früher wieder da. Gleichzeitig hatten viele Tiere Galindez erst in der zweiten Julihälfte verlassen, normalerweise geschieht dies bereits etwa im Mai. Ihre Winterabwesenheit war damit ungewöhnlich kurz.
Die Forschenden vermuten einen Zusammenhang mit den Meereisbedingungen und der Wassertemperatur. Ende Juli bildete sich rund um Galindez Meereis. Nachdem dieses wieder zurückging und sich das Wasser erwärmte, erschienen die Pinguine erneut in großer Zahl.
Ob die ungewöhnliche Saison bereits mit langfristigen Klimaveränderungen zusammenhängt, lässt sich noch nicht sagen. Für die Wissenschaftler sind die Beobachtungen jedoch interessant, da Eselspinguine empfindlich auf Veränderungen von Meereis und Nahrungsverfügbarkeit reagieren.
Rosamaria Kubny, PolarJournal

