Seit zehn Jahren unterstützt das australische Militär die Forschung und Versorgung in der Antarktis. Im Rahmen der „Operation Southern Discovery“ transportieren schwere Militärflugzeuge Ausrüstung und wissenschaftliches Material auf den Kontinent und erreichen dabei auch abgelegene Forschungsgebiete.
Wie das Australian Antarctic Program (AAP) anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Zusammenarbeit berichtet, begann die „Operation Southern Discovery“ 2016. Eine zentrale Rolle spielt die C-17A Globemaster III der Royal Australian Air Force. Das Transportflugzeug kann bis zu 77 Tonnen Fracht aufnehmen und selbst Hubschrauber, Fahrzeuge, Traktoren und Eisbohrausrüstung zum Wilkins Aerodrome nahe der Casey-Station bringen.
Die Luftverbindung ergänzt die Versorgung mit dem Forschungseisbrecher RSV Nuyina und ermöglicht schnelle Transporte in die Antarktis. Nach Angaben des AAP gehören dazu auch Luftabwürfe: 2022 wurden zehn Tonnen Material über der Region des Denman-Gletschers abgesetzt, um ein Feldlager für eine mehrjährige Forschungskampagne vorzubereiten.
Eine außergewöhnliche Mission fand bereits 2021 statt. Weil Meereis die Versorgung der Mawson-Station erschwerte, absolvierte eine C-17A von Perth aus einen rund 10.400 Kilometer langen Flug. Dabei wurden 23 Paletten mit dringend benötigtem Material auf dem Meereis bei der Station abgesetzt.
Für die kommenden Jahre sieht das Australian Antarctic Program weiteres Potenzial in Drohnen und autonomen Systemen. Sie könnten künftig wissenschaftliche Messungen, Kartierungen und Arbeiten in schwer zugänglichen Gebieten unterstützen. Damit soll die seit zehn Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen Antarktisforschung und australischen Streitkräften weiterentwickelt werden.
Heiner Kubny, PolarJournal

