Die irische Stadt Athy würdigt ihre Verbindung zu Ernest Shackleton mit einem Festival rund um Polargeschichte, Wissenschaft, Kunst und Aktivitäten für alle Altersgruppen.
Vom 16. bis 18. Oktober findet in Athy in der Grafschaft Kildare die 26. Shackleton Autumn School statt, ein jährliches Festival, das dem Leben und Vermächtnis des Antarktisforschers Sir Ernest Shackleton gewidmet ist.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten bringt die Veranstaltung Polarhistoriker, Wissenschaftler, Entdecker und Interessierte zusammen. Das Programm blickt über Shackletons Expeditionen hinaus und widmet sich der Geschichte der Polarforschung, wissenschaftlichen Entdeckungen und dem Leben unter extremen Bedingungen.
Einblicke in die Geschichte der Polarforschung
Die diesjährigen Vorträge befassen sich mit der Rolle von Frauen in der Antarktisforschung, der frühen Polarfotografie und der Geschichte von Expeditionen. Ein Vortrag über Shackletons Umgang mit Psychologie untersucht, wie es ihm gelang, die Moral und den Zusammenhalt seiner Mannschaft aufrechtzuerhalten.
Ein weiterer Höhepunkt ist eine Präsentation von Steven Marston, dem Enkel von George Marston, der Shackleton als Künstler auf den Nimrod– und Endurance-Expeditionen begleitete. Vorgestellt werden bislang unveröffentlichte Skizzen und Briefe aus dem Familienarchiv der Marstons.
Das Programm reicht weit über Vorträge hinaus und umfasst Filmvorführungen, Ausstellungen, Livemusik, Erzählveranstaltungen, Workshops und Aktivitäten für Kinder. Beim IceBreakers-Wettbewerb haben die Teilnehmenden fünf Minuten und fünf Folien Zeit, um ein polares Thema vorzustellen. Während des gesamten Wochenendes bietet ein Markt Kunsthandwerk, Gemälde, Lebensmittel und Bücher mit Polar-Bezug an.
Shackletons Vermächtnis in Athy
Shackleton wurde 1874 in Kilkea nahe Athy geboren und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des heroischen Zeitalters der Antarktisforschung.
Heute befindet sich in der Stadt die Shackleton Experience, ein Museum im restaurierten historischen Rathaus, das durch einen markanten, eisbergförmigen Glasanbau ergänzt wurde. Das Museum ist zugleich einer der zentralen Veranstaltungsorte der Autumn School.
Seine elf Galerien vereinen originale Expeditionsgegenstände, historische Filmaufnahmen, audiovisuelle Präsentationen und eine interaktive Bodenkarte. Zu den Exponaten gehören Shackletons Schlitten, Modelle seiner Schiffe und eine Nachbildung der James Caird, jenes Rettungsboots, das bei der Rettungsaktion zum Einsatz kam, nachdem die Endurance vom antarktischen Eis zerdrückt worden war.
Besucher können außerdem Shackletons Originalkabine von der Quest besichtigen, dem Schiff seiner letzten Expedition. In dieser Kabine starb er im Januar 1922, kurz nachdem das Schiff Südgeorgien erreicht hatte.
Für ein Wochenende wird Athys polares Erbe zum Treffpunkt für Geschichte, Forschung und gesellschaftliches Leben.
PolarJournal Team

