Eine spontane Idee auf hoher See entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Reise: Eine Flaschenpost des AWI-Geowissenschaftlers Johann Klages ist nach mehr als zweieinhalb Jahren an der tasmanischen Westküste aufgetaucht, nach einer Drift von mindestens 15.000 Kilometern rund um die Antarktis.
Johann Klages nahm von Dezember 2022 bis März 2023 an einer Expedition des Alfred-Wegener-Instituts an Bord der Polarstern teil. Auf der Rückfahrt in Richtung Punta Arenas setzte er am 28. Februar 2023 in der Dake Passage eine Flaschenpost für seine Kinder aus, die Weihnachten ohne ihn verbringen mussten.
Im August 2025 fand der Australier Toby Ray die Flasche bei einem Ausflug an der abgelegenen Westküste Tasmaniens. Trotz korrekter Adresse kam sein Antwortbrief zunächst als unzustellbar zurück. Erst eine Online-Recherche führte im Dezember 2025 zum Kontakt per E-Mail. Die Überraschung war groß, als Ray erfuhr, dass der Absender Polarforscher ist.
Wissenschaftlich ist der Fund ebenfalls interessant: Die Flaschenpost muss mit dem Antarktischen Zirkumpolarstrom im Uhrzeigersinn um den Kontinent getrieben sein. Die zurückgelegte Strecke deutet auf eine durchschnittliche Driftgeschwindigkeit von rund 19 Zentimetern pro Sekunde hin. Wie die Flasche schließlich an Land gelangte, soll nun mithilfe von Strömungsmodellen untersucht werden.
Pünktlich zu Weihnachten 2025 hofft Toby Ray nun, einen neuen Brief an die Familie Klages in Norddeutschland zustellen zu können.
Heiner Kubny, Polarjournal

