Eine neue amerikanische Studie zeigt, dass auch Eisbären in Alaska mit hochpathogenen Vogelgrippeviren in Kontakt kommen und sich infizieren können. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Vogelgrippe längst nicht mehr nur auf Vögel beschränkt, sondern auch grosse Raubtiere der Arktis betrifft.
Wie der U.S. Geological Survey (USGS) am 5. Oktober 2026 berichtet, untersuchte ein Forschungsteam unter Leitung von Andrew Ramey Hinweise auf Infektionen mit dem H5-Virus bei Eisbären in Alaska. Dabei wurden auch Antikörper untersucht, die auf einen früheren Kontakt mit dem Erreger hinweisen können.
Bereits 2023 wurde nahe Utqiaġvik an der Beaufortsee ein verendeter Eisbär gefunden, bei dem das hochpathogene H5N1-Virus nachgewiesen wurde. Untersuchungen ergaben schwere Gehirnentzündungen. Inzwischen wurden in Alaska zwei bestätigte Vogelgrippefälle bei Eisbären registriert.
Eisbären ernähren sich hauptsächlich von Robben, fressen gelegentlich aber auch Seevögel und Aas. Forschende vermuten deshalb, dass infizierte Vögel eine mögliche Ansteckungsquelle darstellen. Der genaue Übertragungsweg ist jedoch noch ungeklärt.
Die im Fachjournal iScience veröffentlichte Studie zeigt, dass Infektionskrankheiten bei der Überwachung arktischer Eisbärpopulationen stärker berücksichtigt werden müssen. Wie gross die tatsächliche Gefahr für die Bestände ist, bleibt offen.
Rosamaria Kubny, PolarJournal

