Das Spitzbergen „Global Seed Vault“ hat am 25.02.2025 seine erste Einlagerung dieses Jahres durchgeführt. Erstmals wurden Saatgutproben aus zwei neuen Ländern eingelagert: Guatemala und Niger. Zudem erreichte den Tresor die weltweit erste Einlagerung von Olivensamen. Insgesamt trafen 7.864 Saatgutproben von zehn Einlagerern zur langfristigen Sicherung in der arktischen Anlage ein.
Mit dieser 69. Einlagerung steigt die Gesamtzahl der im Seed Vault gesicherten Proben auf 1.386.102. Die Einrichtung befindet sich im Permafrost tief im Inneren eines Felsbergs auf der norwegischen Insel Spitzbergen. Betrieben wird der Saatguttresor von der norwegischen Regierung, dem Nordic Genetic Resource Center (NordGen) und dem Crop Trust.
Video von der Einlagerung am 25.02.2025
An der aktuellen Einlagerung beteiligte sich eine Mischung aus nationalen Genbanken, internationalen Forschungszentren sowie gemeinschaftsnahen Sammlungen. Zu den nun zusätzlich gesicherten Samen gehören:
- Getreide und Hülsenfrüchte, die für Millionen Menschen in Afrika Grundnahrungsmittel darstellen
- Gemüsearten, die weltweit eine zentrale Rolle in Ernährung und Versorgung spielen
- Traditionelle Kulturpflanzen sowie ein Vorfahr des Mais aus Beständen lokaler indigener Landwirte in Guatemala
- Oliven, deren Früchte und Öl global ernährungsphysiologische, kulinarische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung haben
(Foto: Crop Trust)
Die Oliven-Genbank der Universität Córdoba, Teil des Netzwerks von Genbanken des Internationalen Olivenrats, brachte erstmals Olivensamen nach Svalbard. Eingelagert wurden sowohl wilde Oliven aus Spanien als auch Samen der 50 weltweit wichtigsten kultivierten Olivensorten. Die Sicherung dieser Proben ist ein zentrales Ergebnis des europäischen Forschungsprojekts GEN4OLIVE unter Leitung der Universität Córdoba.
Auch Guatemalas nationale Genbank, verwaltet vom Instituto de Ciencia y Tecnología Agrícolas (ICTA), beteiligte sich mit 950 Proben aus zehn Arten. Ein Teil dieses Saatguts stammt aus traditionellen Mais- und Bohnensorten, die von der lokalen Bauernorganisation ASOCUCH bewahrt und weiterentwickelt wurden.
Marcel Schütz, PolarJournal

