Mehr chinesische Forschungsschiffe vor Alaska

von Heiner Kubny
10/08/2026

Das chinesische Forschungsschiff Xue Long fährt am 12. Juli 2026 durch das Beringmeer nach Norden in Richtung Arktis. Dabei passierte das Schiff die ausschließliche Wirtschaftszone der USA und Gebiete über dem erweiterten US-Festlandsockel. (Foto: U.S. Coast Guard)

China baut seine wissenschaftliche Präsenz in der Arktis weiter aus. Vier chinesische Forschungsschiffe waren 2026 bereits in den Gewässern vor Alaska unterwegs. Die US-Küstenwache beobachtet ihre Aktivitäten genau – betont zugleich aber, dass sich die Schiffe im Rahmen des internationalen Seerechts bewegen dürfen.

Die chinesischen Schiffe operierten nach Angaben der US Coast Guard unter anderem bei den Aleuten, in der Beringstraße und weiter nördlich im Arktischen Ozean. Insgesamt wurden 2026 bislang vier chinesische Forschungsschiffe registriert; im gesamten Jahr 2025 waren es fünf.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten im Juli die beiden Forschungseisbrecher Xue Long und Xue Long 2. Die Xue Long passierte am 12. Juli auf ihrem Weg nach Norden Gebiete der ausschließlichen Wirtschaftszone der USA im Beringmeer. Die US Coast Guard beobachtete die chinesischen Schiffe im Rahmen ihrer Operation „Frontier Sentinel“.

Ein chinesisches Forschungsschiff operiert am 13. August 2025 in der US-Arktis. Eine C-130J Hercules der U.S. Coast Guard beobachtete an diesem Tag insgesamt fünf Forschungsschiffe im Rahmen der Operation „Frontier Sentinel“. (Foto: U.S. Coast Guard)

Die Durchfahrt ausländischer Schiffe durch diese Gewässer ist grundsätzlich zulässig. Für wissenschaftliche Meeresforschung innerhalb der US-Wirtschaftszone beziehungsweise auf dem erweiterten US-Festlandsockel ist dagegen eine Genehmigung der Vereinigten Staaten erforderlich.

Der Kommandeur des Arctic District der US Coast Guard, Konteradmiral Bob Little, erklärte am 21. September, die Aktivitäten würden genau verfolgt. Er verwies unter anderem auf mögliche Untersuchungen von Rohstoffen am Meeresboden und eine potenzielle militärische Nutzung wissenschaftlicher Daten. Dabei handelt es sich um Sicherheitsbedenken der US-Seite und nicht um einen Nachweis entsprechender chinesischer Aktivitäten. China bezeichnet seine Missionen als wissenschaftliche Forschung.

Die wachsende chinesische Forschungspräsenz zeigt zugleich die zunehmende internationale Bedeutung der Arktis. Neben wissenschaftlichen Programmen spielen dabei auch neue Schifffahrtswege und wirtschaftliche Interessen eine immer größere Rolle.

Heiner Kubny, PolarJournal