Kapstadt-Abkommen stärkt Sicherheit in der Arktis

von Léa Zinsli
03/27/2026

Das Kapstadt-Abkommen, das 2027 in Kraft tritt, soll Fischereischiffe sicherer machen und Meeresverschmutzung in der Arktis verringern.
Frachtschiff in ruhigen nördlichen Gewässern

Das Kapstadt-Abkommen, der erste weltweite Vertrag, der sich auf die Sicherheit von Fischereifahrzeugen konzentriert, soll im Februar 2027 in Kraft treten. Es legt verbindliche Sicherheitsstandards für mehr als 45’000 Fischereischiffe weltweit fest, die länger als 24 Meter sind. Der Vertrag definiert Standards für Design, Konstruktion, Ausstattung, Inspektionen, Stabilität der Schiffe, Rettungsausrüstung, Brandschutz und Kommunikationssysteme.

Die Arbeitsgruppe PAME (Protection of the Arctic Marine Environment) des Arktischen Rates unterstützte das Inkrafttreten des Vertrags. Durch die Erwärmung der Ozeane wandern Fischbestände weiter nach Norden, sodass Schiffe häufiger in gefährlicheren und abgelegeneren Gebieten der Arktis unterwegs sind. Das Polar-Code-Gebiet umfasst die von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) definierten arktischen und antarktischen Gewässer. Im Jahr 2025 machten Fischereischiffe dort 40 % des gesamten Schiffsverkehrs aus. Größere Schiffe entfernen sich zudem weiter von der Küste, was Rettungseinsätze zusätzlich erschwert. 

Schiffstypen, die im Polar-Code-Gebiet unterwegs sind (Quelle: Arctic Council)

Der Vertrag erhöht die Sicherheit, indem gefährliche Einsätze auf Schiffen, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen, reduziert werden, Rettungsdienste geschützt und die Arbeitsbedingungen der Fischer verbessert werden. Er legt außerdem international verbindliche Sicherheitsstandards für alle Fischereischiffe fest, die in Häfen von Vertragsstaaten einlaufen, selbst wenn ihr Flaggenstaat den Vertrag nicht ratifiziert hat.

Auch über die Sicherheit hinaus wird erwartet, dass der Vertrag hilft, Meeresmüll zu reduzieren. Aktivitäten der Fischerei tragen erheblich zur Plastikverschmutzung in der Arktis bei, wobei verlorene oder weggeworfene Netze, Bojen und andere Ausrüstung bis zu 13–15 % des Plastikmülls in den Ozeanen ausmachen. Erste Analysen von Stränden und Meeresböden in der Arktis deuten darauf hin, dass der Großteil des Makromülls, in manchen Fällen 50 bis 100 %, aus Fischereitätigkeiten stammt. Durch höhere Sicherheitsstandards für Schiffe und die Förderung verantwortungsvoller Betriebsweise wird das Kapstadt-Abkommen dazu beitragen, den Verlust von Fischereiausrüstung und seine Auswirkungen auf das arktische Meeresökosystem zu verringern.

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags verfügen die Arktisstaaten und die internationale Gemeinschaft nun über ein neues Instrument, um sowohl Menschen als auch die Umwelt in einigen der weltweit anspruchsvollsten Gewässer zu schützen.

Léa Zinsli, PolarJournal