Der 21. Juni ist ein besonderer Tag für die Teilnehmer der Antarktisexpeditionen aus aller Welt: Es ist Mittwinter, das traditionelle Fest zur längsten Nacht und zum kürzesten Tag des Jahres in der Antarktis. An der ukrainischen Forschungsstation Akademik Wernadsky dauert das Tageslicht zu dieser Jahreszeit weniger als dreieinhalb Stunden. Von nun an werden die Tage jedoch wieder länger, und der antarktische Frühling rückt langsam näher.
Zum Mittwinter gehört eine besondere Tradition: Forschungsstationen tauschen Grüße und Postkarten aus. Die Polarforscher in Wernadsky erhielten Botschaften von zahlreichen internationalen Stationen, darunter aus Großbritannien, den USA, Australien, Japan, Indien sowie von französisch-italienischen Forschungsteams. Auch die legendäre Amundsen-Scott-Station am Südpol übermittelte ihre Glückwünsche. Dort dauern Polartag und Polarnacht jeweils sechs Monate, bei Temperaturen, die im Winter unter minus 60 Grad Celsius fallen können.
Zu den Grußbotschaften gehörte auch eine Karte von der subantarktischen Macquarie-Insel sowie ein Gruß der Besatzung des britischen Forschungseisbrechers „Sir David Attenborough“, eines Schwesterschiffes der ukrainischen „Noosphere“.
Die ukrainischen Wissenschaftler der Station Akademik Wernadsky sandten ihrerseits herzliche Wünsche an ihre Kolleginnen und Kollegen: „Möge die Rückkehr der Sonne gute Nachrichten, neue Kraft und Zuversicht für die Zukunft bringen.“
Das Nationale Antarktisforschungszentrum der Ukraine (NANTS) gratuliert allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Antarktisexpeditionen herzlich zum Mittwinterfest. Die Forschung unter den extremen Bedingungen der Polarnacht verlangt Ausdauer, Mut und großes Engagement. Dank dieser Arbeit gewinnen wir wichtige Erkenntnisse über Klima, Umwelt und die empfindlichen Ökosysteme unseres Planeten.
Besonders bemerkenswert ist, dass ukrainische und internationale Wissenschaftler trotz zahlreicher Herausforderungen seit mehr als 30 Jahren ununterbrochen Forschungsarbeiten an der Station Akademik Wernadsky durchführen. Dafür verdienen sie großen Respekt und Dank.
Allen Polarforscherinnen und Polarforschern wünschen wir Gesundheit, Kraft, Zuversicht und eine sichere Heimkehr nach erfolgreichem Abschluss ihrer wichtigen wissenschaftlichen Mission.
Rosamaria Kubny, PolarJournal

