Der Arktische Saibling (Salvelinus alpinus) ist einer der wichtigsten Speisefische der Inuit und gilt in vielen Regionen Kanadas, Grönlands und Alaskas als das traditionelle Grundnahrungsmittel schlechthin. Wegen seiner zentralen Bedeutung wird er oft als «Brot der Arktis» bezeichnet.
Für die Inuit ist der Arktische Saibling weit mehr als nur Nahrung. Seit Jahrhunderten wird er mit Stellnetzen, Speeren oder Angeln gefangen und sichert in vielen abgelegenen Gemeinden bis heute einen wichtigen Teil der Ernährung. Sein Fleisch ist reich an hochwertigem Eiweiß sowie an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und weiteren Nährstoffen.
Arktischer Saibling über offenem Feuer – nach traditioneller Inuit-Art
Dieses Rezept orientiert sich an der einfachen Zubereitung der Inuit. Im Mittelpunkt steht der frische Fisch, Gewürze werden nur sparsam verwendet.
Zutaten für 4 Personen
- 1 ganzer Arktischer Saibling (ca. 1–1,5 kg), ausgenommen
- 2 EL Robbenöl oder Walöl (traditionell) alternativ: hochwertiges Raps- oder Sonnenblumenöl
- Meersalz
- Frisch gemahlener Pfeffer (heute häufig verwendet)
- Optional: einige Zweige Wacholder oder arktische Kräuter zum Räuchern
Zubereitung
- Den Saibling gründlich waschen und trocken tupfen.
- Den Fisch innen und außen leicht salzen.
- Die Haut dünn mit Öl einreiben.
- Ein Holzfeuer abbrennen lassen, bis eine gleichmäßige Glut entstanden ist.
- Den Fisch in einen Fischgrillkorb legen oder auf einen Rost etwa 20–30 cm über der Glut platzieren.
- Je nach Größe 8–12 Minuten pro Seite grillieren. Die Haut darf leicht bräunen, das Fleisch soll saftig bleiben.
- Wer ein leichtes Raucharoma möchte, legt kurz vor Ende einige Wacholderzweige oder feuchte Holzspäne auf die Glut.
Traditionelle Beilage
In vielen Inuit-Gemeinschaften wurde der Fisch ohne Beilage gegessen. Häufig wurde lediglich etwas Robbenöl oder geschmolzener Walspeck dazu gereicht. In der kurzen arktischen Sommersaison ergänzten frische Beeren wie Moltebeeren oder Krähenbeeren die Mahlzeit.
Rosamaria Kubny, PolarJournal

