Besuch Südgeorgiens wurde ab Juli 2026 teurer

von Rosamaria Kubny
08/11/2026

Gold Harbour, Südgeorgien: Ein Südlicher Seeelefant ruht am Strand, während Besucher die außergewöhnliche Tierwelt respektvoll aus der Distanz beobachten. Mit seiner riesigen Königspinguin-Kolonie und den mächtigen Gletschern zählt Gold Harbour zu den eindrucksvollsten Natur- und Tierbeobachtungsgebieten im Südatlantik. (Foto: Rosamaria Kubny)

Wer Südgeorgien besuchen möchte, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Regierung des britischen Überseegebiets hat eine schrittweise Erhöhung der Gebühren für Besuchergenehmigungen beschlossen. Ab 1. Juli 2026 kostet die Genehmigung 250 Pfund Sterling pro Person. Zum 1. Juli 2027 steigt die Gebühr auf 275 Pfund, ab 1. Juli 2028 auf 300 Pfund.

St. Andrews Bay, Südgeorgien: Die weitläufige Brutkolonie von St. Andrews Bay beherbergt Hunderttausende Königspinguine. Jedes Jahr ziehen sie hier ihre Jungen auf und verwandeln die Küstenebene in eines der größten Pinguin-Brutgebiete der Erde. (Foto: Rosamaria Kubny)

Die Gebühren sind in der offiziellen Gazette veröffentlicht worden und gelten für alle Besucher, die eine Einreisegenehmigung nach der Entry Control Ordinance 2022 benötigen. Die Anträge müssen spätestens acht Tage vor der geplanten Ankunft vollständig eingereicht und bezahlt werden. Geht die Zahlung später ein, wird zusätzlich eine Verspätungsgebühr von 50 Pfund erhoben. Die Genehmigung für Besucher bleiben 40 Tage gültig und können online sowohl einzeln als auch gesammelt beantragt werden. Expeditionsveranstalter und Reisebüros dürfen die Genehmigungen weiterhin im Namen ihrer Passagiere erwerben.

Südgeorgien: Ein Wanderalbatros sitzt auf seinem Nest und schützt sein Ei. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,5 Metern zählt die Art zu den eindrucksvollsten Seevögeln der südlichen Ozeane und findet auf Südgeorgien ideale Brutbedingungen. (Foto: Heiner Kubny)

Südgeorgien zählt zu den bedeutendsten Naturreservaten der Erde und beherbergt riesige Kolonien von Königspinguinen, Albatrossen, See-Elefanten und Robben. Um diese empfindlichen Ökosysteme zu schützen, unterliegt der Tourismus seit Jahren strengen Auflagen. Das elektronische Genehmigungssystem dient nicht nur der Kontrolle der Besucherströme, sondern auch der Finanzierung des Naturschutzes und der Verwaltung des abgelegenen Überseegebiets.

Cooper Bay, Südgeorgien: Goldschopfpinguine zwischen dichtem Tussockgras – ihrem bevorzugten Brutlebensraum. Die geschützte Bucht gehört zu den bedeutendsten Brutgebieten dieser auffälligen Schopfpinguine auf Südgeorgien und im Südatlantik. (Foto: Heiner Kubny)

Für die meisten Expeditionsreisenden dürften die höheren Gebühren angesichts der Gesamtkosten einer Reise nach Südgeorgien zwar nur einen kleinen Teil der Ausgaben ausmachen. Sie unterstreichen jedoch den hohen Stellenwert, den die Regierung einem nachhaltigen und streng regulierten Tourismus beimisst.

Rosamaria Kubny, PolarJournal