Zehnjährige Skifahrerin versucht Spitzbergen-Durchquerung

von Léa Zinsli
04/18/2026

Eine zehnjährige Skifahrerin versucht, Spitzbergen zu durchqueren, mit Fokus auf gemeinsame Erlebnisse statt auf Tempo oder Rekorde.
Mina Floriana Read während der Expedition auf Svalbard (Foto: Alexander Read)

Eine zehnjährige Skifahrerin versucht derzeit, Spitzbergen von Süden nach Norden zu durchqueren und verbindet dabei eine anspruchsvolle Arktisexpedition mit einem Fokus auf das Erlebnis statt auf Geschwindigkeit.

Mina Floriana Read brach am 26. März gemeinsam mit ihrem Vater Alexander Read und einem kleinen Expeditionsteam auf. Sollte sie ihr Ziel erreichen, wäre sie die jüngste Person, die Spitzbergen je vollständig durchquert hat.

Nach Angaben des Teams steht nicht ein Rekordversuch im Vordergrund, sondern das gemeinsame Unterwegssein sowie das Lernen über sich selbst, einander und die Natur. Das Projekt wird als Versuch beschrieben, „Turmagi“ zu schaffen, also die Magie des Unterwegsseins.

Mina Floriana Read und Alexander Read auf Skiern während ihrer Durchquerung von Spitzbergen (Foto: Alexander Read)

Nach mehr als zwei Wochen auf Skiern hat die Gruppe bereits über 300 Kilometer zurückgelegt. Ihre Route begann am Van Keulenfjorden, dem südlichsten Punkt, der per Schneemobil erreichbar ist, führte zunächst bis zur Südspitze Spitzbergens und von dort aus weiter nach Norden.

Die gesamte Strecke umfasst rund 600 Kilometer mit etwa 7000 Höhenmetern. Für die Expedition sind 46 Tage eingeplant, was länger ist als bei vergleichbaren Durchquerungen üblich.

Dieser langsamere Ansatz lässt Raum für Ruhetage, wetterbedingte Pausen und Zeit, die arktische Umgebung bewusst zu erleben, und unterscheidet die Expedition von stärker leistungsorientierten Unternehmungen.

Mina Floriana Read beim Sammeln von Schneeproben im Rahmen von Umweltforschung auf Svalbard (Foto: Alexander Read)

Während der Expedition sammelt Mina zudem Schneeproben im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Umweltgiften. Sie dokumentiert Schneetiefe, Beschaffenheit und Beobachtungen und trägt so dazu bei, besser zu verstehen, wie sich langlebige Schadstoffe über die Atmosphäre verbreiten und selbst in abgelegenen Regionen anreichern.

„Wir haben es richtig gut zusammen auf der Tour und schaffen Turmagi“, sagte Alexander Read in einem Update aus Svalbard.

Das Team besteht aus erfahrenen Arktisreisenden und wird von einem Hund namens Dirigenten begleitet. Es folgt den üblichen Sicherheitsmaßnahmen für Polarreisen, darunter eine kontinuierliche Eisbärenwache, entsprechende Ausrüstung und logistische Unterstützung.

Mit einer so jungen Teilnehmerin im Mittelpunkt bietet die Expedition eine andere Perspektive auf Reisen in extremen Umgebungen und legt den Schwerpunkt auf Präsenz und gemeinsames Erleben statt auf Tempo.

Léa Zinsli, PolarJournal